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Kein Stress! Wie Yoga uns helfen kann

In der heutigen Zeit begegnet uns Stress an jeder Ecke und damit meinen wir stets den negativ behafteten Begriff. Den uns beflügelnden Stress lassen wir dabei gern außer Acht. Direkt am frühen Morgen geht es schon los mit diesem Stress - die Kinder wollen sich nicht anziehen, die Fahrt zur Arbeit entartet im Stau und die Baustelle vor dem Bürofenster war doch gestern noch nicht da?!

Die Reize von außen nehmen immer mehr zu. Aber wie begegnen wir Ihnen? Diese Einstellung kann durch eine regelmäßige Yogapraxis positiv verändert werden. Yoga schult unsere Achtsamkeit und macht uns die stressverursachenden Situationen bewusster. Wir könnten somit eher die Reißleine ziehen und Interventionsmaßnahmen einleiten. Mit etwa 5000 Jahren Erfahrung lehrt uns der Yoga-Weg seit nun bereits geraumer Zeit Gelassenheit, Entspanntheit und Rücksichtnahme. Eine regelmäßige Yogapraxis wäre generell jedem von uns zu empfehlen, denn etwas mehr Work-Life-Balance täte uns allen gut. Dabei ist der Yoga-Weg vielfältig und individuell gestaltbar. Der eine bevorzugt eher die gymnastisch-anmutenden Übungen auf der Matte, der andere lässt es lieber ruhig angehen und findet in der Meditation seine innere Mitte. Yoga nimmt uns völlig wertfrei an und bietet uns eine bunte Werkzeugkiste, aus der man sich frei bedienen kann. Die praktischen drei Anti-Stress-Hilfsmittel möchte ich heute erklären.

Asanas

Die Körperpositionen sind mittlerweile die Bilder, die wir direkt vor Augen haben, wenn wir an Yoga denken. Dabei standen diese zu Beginn nicht im Vordergrund der Yogalehre und entwickelten sich erst in den 30er Jahren und besonders rapide mit dem späteren Export des Yogas in den Westen in den 60er Jahren. Die unter Umständen anatomisch nicht korrekt anmutenden Übungen können abschreckend und frustrierend wirken auf Yogaschüler und angehende Yogalehrer, so dass die Meinung „Ich bin zu unbeweglich für Yoga!“ relativ weit verbreitet ist. Dabei ist dies der beste Ansatz, mit dem Yoga zu beginnen. Die tägliche Praxis wird das schon machen, man muss sich nur in ihre Hände begeben und vertrauen.

Aber wie kann die körperliche Yogapraxis einem Übermaß an Stress entgegenwirken? Die Positionen sind meist mit Fokuspunkten verknüpft und sollen mit höchster Konzentration ausgeführt werden. Der Geist wandert dabei kaum und kann sich – zunächst für die Zeit auf der Matte - beruhigen. Im besten Fall nimmt man dieses Ruhegefühl mit als entspannten Einstieg in die restlichen 23 Stunden des Tages. Die Yogapraxis auf der Matte wirkt über die optimale Ansprache der Faszien zusätzlich als Stresshemmer. Unser Faszien-Gewebe kann sich bei langfristigem Stresseinfluss zusammenziehen, verspannen und im schlimmsten Fall Kopf-, Nacken oder Rückenschmerzen auslösen. Schon ein paar Minuten täglichen Übens können hier Wunder bewirken.

Pranayama

Die Atemtechniken im Yoga gelten als das Verbindungselement zwischen Körper und Geist. Die bewusste Atmung in all ihren Facetten vor, während oder anschließend an die Asana-Praxis kann helfen, Stress zu minimieren. Sind wir gestresst erhöht sich die Pulsfrequenz, der Blutdruck steigt und die Atmung wir flacher, schneller und Brustkorb lastiger. Das Prinzip funktioniert aber auch anders herum. Tiefe, gleichmäßige Atemzüge in den Bauchraum kurbeln den Parasympathikus an und bringen den Körper wieder auf Normal Null in hektischen Situationen. Die Pranayama-Techniken im Yoga sind unzählig – anregend oder beruhigend, mit oder ohne Anhalten des Atems, durch die Nase oder den Mund. Je nach Ziel können die Atemtechniken unterschiedlich eingesetzt werden. Während der Asana-Praxis nutzt man zum Beispiel oft die Ujjayi-Atmung zur Fokussierung des Geistes und zur Erwärmung des Körpers von innen. Dieses geräuschvolle Atmen klingt in etwa so wie Darth Vader aus Star Wars.

Meditation

Das dritte Element im Yoga ist die Meditation. Nicht alle empfinden den Gedanken an stundenlanges Stillsitzen kombiniert mit dem krampfhaften Versuch, an einfach nichts zu denken, als reizvoll und das ist absolut nachvollziehbar. Meditation kann in unterschiedlichsten Varianten praktiziert werden. Der Spaziergang durch den Wald, das Beobachten der Wellen am Strand oder das bewusste Genießen einer Schokopraline – all das kann Meditation sein. Körperlich fokussierte Yogaschüler finden Ruhe im Geist während der bewussten Asana-Praxis auf der Matte, indem sie konzentriert ihre Übungen ausführen. Auch dies kann eine Form der dynamischen Meditation darstellen. Der Effekt, egal welcher Meditationspraxis, ist immer gleich – die Beruhigung des Geistes. Die Yogis verbildlichen das Gedankenkarussell in unserem Kopf als „Monkey in the Head“, der statt von Baum zu Baum zu springen, endlich rasten und pausieren kann. Selbst ein paar Minuten täglich verhelfen dem unsteten Äffchen zu mehr Klarheit und letztendlich auch Resilienz gegenüber den von außen einwirkenden Reizen, die als unangenehm und stressig empfunden werden.

Nun wird mir oft die Frage gestellt, ab wann man denn bereit für eine Ausbildung zum Yogalehrer ist und die Antwort ist ganz einfach: immer! Der Yogaübungsweg ist äußerst einfach zu beginnen, denn er ist vor allem eins – eine Praxis! Selbst wenn man im Anschluss an eine Ausbildung zum Yogalehrer nicht unterrichten möchte, so sind die praktischen Ausbildungsinhalte und theoretischen Unterrichtsthemen für jeden Yogainteressierten ein Gewinn und bewirken positive Veränderungen in allen Lebensbereichen. Und wenn ich nun generell das Unterrichten anstrebe, mich aber noch unsicher fühle? Auch hier kann ich beruhigen. Selbst als Yogalehrer muss man nicht die fortgeschrittenen Positionen demonstrieren und unterrichten. Über die Verbindung von Atem, Konzentration und Übung wird selbst der bewusste aufrechte Stand zu einer Yogaübung und dieser muss nicht entgegen der Schwerkraft auf den Händen oder dem Kopf ausgeführt werden. Unsere Ausbildungen zum Yogalehrer 200 oder 500 Stunden bieten genügend Zeit zur Selbsterfahrung, zum Ausprobieren und Erlernen aller Yogaelemente in Kombination mit viel Unterrichtspraxis im sicheren Rahmen sowie theoretischem Hintergrundwissen zu Anatomie, Philosophie, Business und Ayurveda. So ist man bestens auf den Einstieg in das Unterrichten vorbereitet. Egal welche Pläne mit einer Ausbildung zum Yogalehrer verfolgt werden, sie wird für jeden Teilnehmer nachhaltige und wirkungsvolle Effekte in Form von mehr Gelassenheit und Entspanntheit im Leben darbieten.

„Wer Yoga übt, entfernt das Unkraut aus dem Körper, sodass der Garten wachsen kann.“ (B.K.S. Iyengar)

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