Das Knie meldet sich bei der Landung. Beim Treppensteigen fällt der Bereich unterhalb der Kniescheibe stärker auf als sonst. Während des Trainings wird es zunächst besser, einige Stunden später ist die Reaktion wieder deutlicher.
Jetzt beginnt häufig ein unübersichtliches Experiment: ein paar Tage Pause, anschließend die alte Trainingswoche, danach Dehnen, Wandsitz, neue Schuhe und vielleicht noch eine Kniebandage. Viele Maßnahmen laufen gleichzeitig. Was tatsächlich zur aktuellen Belastbarkeit passt, bleibt unklar.
Bei einem fachlich festgestellten Patellaspitzensyndrom sind Trainingsumfang, Sprungkontakte, Regeneration, Bewegungsgeschwindigkeit und der Übergang zurück zu den persönlichen Anforderungen entscheidend.
Ein sinnvoller Belastungsaufbau folgt einer Linie:
- Ausgangslage fachlich einordnen lassen.
- Gesamtbelastung aus Sport, Training und Alltag erfassen.
- Besonders anspruchsvolle Belastungen vorübergehend anpassen.
- Krafttraining planvoll aufbauen.
- Die Reaktion über mehrere Zeitpunkte dokumentieren.
- Dynamische und sportartspezifische Aufgaben schrittweise vorbereiten.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und der gesundheitsorientierten Trainingsplanung. Er stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, physiotherapeutische Behandlung oder individuelle Therapie. Neue, starke, anhaltende oder ungeklärte Beschwerden sollten durch entsprechend befugtes Fachpersonal eingeordnet werden.
Zuerst klären: Ist es tatsächlich die Patellasehne?
Wahrnehmungen im vorderen Kniebereich lassen sich anhand des Schmerzortes allein keiner bestimmten Struktur sicher zuordnen. Vor einem gezielten Trainingsaufbau sollte die Ausgangslage deshalb medizinisch oder therapeutisch geklärt sein. Trainer:innen stellen keine Diagnose.
Was tun bei Patellaspitzensyndrom? Die wichtigsten Schritte im Überblick
Nach fachlicher Einordnung sollte nicht sofort nach der einen perfekten Übung gesucht werden. Zunächst ist zu klären, welche Belastungen das Knie innerhalb einer Woche tatsächlich bewältigen muss.
Ein strukturiertes Vorgehen umfasst:
- Die aktuelle Trainings- und Alltagsbelastung dokumentieren
- Sprünge, Sprints und schnelle Richtungswechsel gesondert erfassen
- Große Belastungsspitzen erkennen
- Kraft- und Sporteinheiten gemeinsam planen
- Belastungsgrößen einzeln verändern
- Die Reaktion am selben und am folgenden Tag beobachten
- Kriterien für die nächste Trainingsstufe festlegen
Loadmanagement und progressiv aufgebautes Krafttraining gehören zu den zentralen Elementen fachlich begleiteter Programme bei einer Patellasehnentendinopathie. Die Planung sollte die Sehne, den gesamten Muskel-Sehnen-Komplex und die Anforderungen der Bewegungskette berücksichtigen (Malliaras et al., 2015; Rosen et al., 2022).
Wie sich Belastung, Erholung und Trainingsreaktionen systematisch einordnen lassen, erklärt unser Grundlagenbeitrag zur Sehnenbeschwerden im Training.
Schritt 1: Die tatsächliche Wochenbelastung sichtbar machen
Viele Menschen denken bei Belastung zuerst an Kniebeugen oder Beinpresse. Doch die Patellasehne wird nicht nur im Fitnessstudio gefordert.
Relevant können sein:
- Sprünge und Landungen
- Sprints und schnelle Antritte
- Richtungswechsel
- Bergabgehen oder Bergablaufen
- Treppen
- Schwere Kniebeugen
- Ausfallschritte
- Wettkämpfe
- Lange Arbeitsphasen im Stehen oder Gehen
- Zusätzliche Freizeitaktivitäten
Die entscheidende Frage lautet nicht allein: „Wie schwer war die Kniebeuge?“ Wichtiger ist: Welche kniedominanten Belastungen kamen innerhalb derselben Woche zusammen?
Beispiel einer Belastungswoche
| Tag | Geplante Belastung | Zusätzliche Belastung |
| Montag | schweres Beintraining | viele Treppen im Arbeitsalltag |
| Dienstag | lockeres Lauftraining | keine |
| Mittwoch | Volleyballtraining | zahlreiche Sprünge und Landungen |
| Donnerstag | Pause | längerer Spaziergang |
| Freitag | Beintraining | kurze Sprints |
| Samstag | Spiel | hohe Sprung- und Richtungswechselbelastung |
| Sonntag | frei | keine |
Auf den ersten Blick enthält die Woche zwei Kraft- und zwei Sporteinheiten. Mechanisch entstehen an fünf Tagen insgesamt doch nennenswerte Anforderungen an den Kniestreckapparat.
Eine solche Übersicht schafft noch keine Diagnose und trifft keine medizinische Entscheidung. Sie zeigt, wo Belastungsspitzen entstehen und welche Tage möglicherweise ungünstig aufeinanderfolgen.
Schritt 2: Nicht sofort jede Aktivität beenden
Eine vollständige Trainingspause wirkt zunächst logisch: keine Belastung, keine zusätzliche Beanspruchung.
Langfristig löst eine Pause das Planungsproblem nicht. Sobald die Person wieder zu ihrer vorherigen Aktivität zurückkehrt, muss das Muskel-Sehnen-System die Belastung erneut bewältigen.
Bei fachlich festgestellter Patellasehnentendinopathie wird häufig mit relativer Belastungsanpassung gearbeitet. Besonders anspruchsvolle Reize werden vorübergehend reduziert oder verändert. Gut steuerbare Aktivitäten können im abgestimmten Rahmen erhalten bleiben. Die Fachliteratur beschreibt die Kombination aus Loadmanagement und progressiver Belastungsentwicklung als zentralen Ansatz (Malliaras et al., 2015; Rosen et al., 2022).
Mögliche Anpassungen sind:
- Weniger Sprungserien
- Eine niedrigere Sprunghöhe
- Längere Pausen zwischen intensiven Abschnitten
- Weniger Trainingstage mit schnellen Richtungswechseln
- Eine geringere Kniebeugentiefe unter hoher Last
- Ein reduzierter äußerer Widerstand
- Weniger Sätze
- Ein größerer Abstand zwischen Kraft- und Wettkampfbelastungen
Welche Veränderung passend ist, hängt von der fachlich geklärten Ausgangslage ab. Eine allgemeine Vorgabe wie „zwei Wochen nicht springen“ wäre zu pauschal.
Belastung reduzieren oder Belastung anders verteilen?
Nicht immer ist die gesamte Wochenmenge das Hauptproblem. Manchmal liegen zu viele intensive Reize unmittelbar hintereinander. Drei hohe Belastungstage am Stück unterscheiden sich von denselben drei Einheiten mit ausreichendem Abstand.
Eine mögliche Neuordnung könnte so aussehen:
| Ursprüngliche Planung | Angepasste Planung |
| Montag: schweres Beintraining | Montag: schweres Beintraining |
| Dienstag: Sprungtraining | Dienstag: lockere Aktivität |
| Mittwoch: Mannschaftstraining | Mittwoch: Mannschaftstraining |
| Donnerstag: Pause | Donnerstag: Pause |
| Freitag: schweres Beintraining | Freitag: moderates Krafttraining |
| Samstag: Spiel | Samstag: Spiel |
Die Gesamtzahl der Einheiten verändert sich kaum. Die zeitliche Verdichtung hoher Belastungen wird jedoch übersichtlicher. Eine einzelne Einheit kann passend dosiert sein und innerhalb eines ungünstig aufgebauten Wochenplans trotzdem zu viel verlangen.
Schritt 3: Eine Referenzbewegung festlegen
Die Trainingsreaktion lässt sich besser beurteilen, wenn regelmäßig dieselbe Referenz verwendet wird.
Das kann nach fachlicher Abstimmung beispielsweise sein:
- Eine Kniebeuge mit festgelegter Tiefe
- Ein Step-down von derselben Stufenhöhe
- Eine definierte isometrische Position
- Eine standardisierte Alltagstätigkeit
- Ein festgelegter Sprungtest in einer späteren Trainingsphase
Die Aufgabe sollte unter vergleichbaren Bedingungen durchgeführt werden. Täglich wechselnde Tests erzeugen viele Daten, aber wenig Orientierung.
Erfasst werden können:
- Subjektive Wahrnehmung
- Bewegungsqualität
- Möglicher Bewegungsumfang
- Wiederholungszahl
- Kraft
- Sicherheit bei der Ausführung
- Reaktion am folgenden Morgen
Schmerz, Funktion und bildgebend sichtbare Sehnenstruktur verlaufen nicht zwingend parallel. Ein einzelner Wert erlaubt daher weder eine vollständige Aussage über die Gewebestruktur noch über die langfristig mögliche Belastung (Cook et al., 2016; Rabello et al., 2020).
Schritt 4: Nicht nur während des Trainings beobachten
Eine Trainingseinheit kann sich im Moment gut machbar anfühlen. Die deutlichere Reaktion zeigt sich möglicherweise erst später.
Deshalb gehören mehrere Zeitpunkte zur Belastungsbeobachtung:
- Wie ist die Ausgangssituation?
- Wie fühlt sich die Referenzbewegung an?
- Besteht allgemeine Ermüdung?
- Welche Belastung fand am Vortag statt?
- Bleibt die Bewegung kontrolliert?
- Muss der Bewegungsradius ungeplant reduziert werden?
- Verändert sich die Technik?
- Passt die subjektive Anstrengung zur geplanten Intensität?
- Ist eine stärkere Reaktion als üblich erkennbar?
- Fühlen sich Alltagstätigkeiten verändert an?
- Bleibt die geplante Folgeeinheit realistisch?
- Wie ist die Referenzbewegung im Vergleich zum Vortag?
- Hat sich die morgendliche Steifigkeit verändert?
- Kann die nächste geplante Belastung kontrolliert durchgeführt werden?
Tendinopathiebezogene Entwicklungen sollten nicht ausschließlich anhand eines Schmerzratings beurteilt werden. Ein internationales Konsensusverfahren nennt unter anderem Funktion, körperliche Kapazität, Teilhabe an Alltag und Sport, psychologische Faktoren sowie die persönliche Bewertung der Situation als relevante Ergebnisbereiche (Vicenzino et al., 2020).
Gibt es eine feste Schmerzgrenze?
In Studien werden teilweise numerische Schmerzgrenzen verwendet, um die Übungsausführung und den Übergang zwischen Trainingsstufen zu steuern. Das progressive Programm der JUMPER-Studie nutzte beispielsweise regelmäßige Bewertungen einer standardisierten Kniebeugeaufgabe und arbeitete mit einer vorab definierten akzeptablen Reaktion (Breda et al., 2021).
Eine solche Studienregel ist keine allgemeine Freigabe für jede Person.
Eine Zahl berücksichtigt nicht umfassend:
- Ursache und Dauer der Beschwerden
- Individuelle Schmerzerfahrung
- Bewegungskontrolle
- Begleiterkrankungen
- Medikamenteneinnahme
- Gesamtbelastung
- Reaktion am Folgetag
Pauschale Aussagen wie „bis drei von zehn darfst du trainieren“ sind unangemessen. Der persönliche Rahmen sollte durch befugtes Fachpersonal festgelegt werden.
Schritt 5: Belastung stufenweise statt sprunghaft aufbauen
Ein Belastungsaufbau sollte die Anforderungen schrittweise erweitern.
In der randomisierten JUMPER-Studie wurde ein vierstufiges Programm untersucht:
- Isometrische Belastungen
- Langsame dynamische Kraftübungen
- Explosive beziehungsweise energiespeichernde Aufgaben
- Sportartspezifische Belastungen
Die Stufen wurden nicht nur nach Kalenderwochen gewechselt. Auch die Reaktion auf eine standardisierte Belastungsaufgabe floss in die Progression ein. Insgesamt nahmen 76 sportlich aktive Personen mit klinisch und sonografisch festgestellter Patellasehnentendinopathie teil (Breda et al., 2021).
Diese Struktur verdeutlicht ein wichtiges Prinzip: Langsame Kraftübungen bereiten nicht unbedingt auf schnelle Landungen vor.
Zwischen einer Beinpresse und einem Volleyballspiel liegen mehrere Belastungsstufen.
Warum kein einzelnes Trainingsprotokoll für alle passt
Progressive Belastungsprogramme unterscheiden sich unter anderem in:
- Übungsauswahl
- Kontraktionsform
- Widerstand
- Wiederholungszahl
- Trainingsfrequenz
- Bewegungstempo
- Übergangskriterien
- sportartspezifischen Inhalten
Eine 2026 veröffentlichte Netzwerk-Metaanalyse verglich unterschiedliche bewegungsbasierte Programme bei Patellasehnentendinopathie. Die Autor:innen fanden keine belastbare Grundlage, um eine Trainingsform allgemein und eindeutig über alle anderen zu stellen. Kleine Stichproben, unterschiedliche Interventionen und methodische Unsicherheiten begrenzen die Rangfolge einzelner Verfahren (Liu et al., 2026).
Das bedeutet nicht, dass die Methode unwichtig wäre.
Es bedeutet:
- Das Programm muss ausreichend dosiert sein.
- Die Belastung muss zum Ziel passen.
- Die Progression muss nachvollziehbar bleiben.
- Die Durchführung muss langfristig realistisch sein.
- Die Reaktion muss dokumentiert werden.
Schritt 6: Krafttraining und Sport gemeinsam planen
Ein häufiger Fehler besteht darin, Krafttraining und Sport als getrennte Systeme zu betrachten.
Ein Beispiel:
- Montag: schwere Kniebeugen
- Dienstag: Volleyballtraining
- Mittwoch: Sprungkrafttraining
- Donnerstag: schweres Beintraining
- Samstag: Wettkampf
Jede Einheit kann für sich fachlich begründet sein. Zusammen enthalten sie eine hohe Dichte an Kniestreck-, Sprung- und Landebelastungen.
Für die Wochenplanung sollten alle Einheiten in dieselbe Übersicht aufgenommen werden:
| Belastungsart | Typische Beispiele |
| langsame hohe Kraft | Beinpresse, Kniebeuge, Split Squat |
| lokales Trainingsvolumen | viele Wiederholungen, lange Haltezeiten |
| schnelle Kraft | Sprungkniebeuge, Beschleunigung |
| Energiespeicherbelastung | Pogos, Seilspringen, Landungen |
| sportartspezifische Belastung | Volleyball, Basketball, Handball |
| Alltagsbelastung | Treppen, langes Gehen, körperliche Arbeit |
Anschließend können Tage als niedrig, mittel oder hoch belastend eingeordnet werden. Diese Einteilung ist grob, aber hilfreicher als eine isolierte Betrachtung einzelner Übungen.
Schritt 7: Pro Trainingsphase nur wenige Variablen verändern
Wird gleichzeitig mehr Gewicht bewegt, tiefer gebeugt, häufiger trainiert und zusätzlich wieder gesprungen, lässt sich die Reaktion kaum einer einzelnen Veränderung zuordnen.
Übersichtlicher ist folgende Reihenfolge:
- eine zentrale Belastungsgröße auswählen,
- übrige Variablen zunächst stabil halten,
- mehrere vergleichbare Einheiten dokumentieren,
- anschließend den nächsten Schritt planen.
Mögliche Belastungsgrößen sind:
- Gewicht
- Wiederholungen
- Sätze
- Bewegungsumfang
- Bewegungstempo
- Einseitigkeit
- Sprungkontakte
- Laufdauer
- Trainingsfrequenz
Das Prinzip wirkt unspektakulär. Genau darin liegt seine Stärke. Fortschritt wird sichtbar, weil nicht jede Woche ein vollständig neues Programm entsteht.
Schritt 8: Die Rückkehr zum Sport nicht nur an Wochenzahlen festmachen
„Nach sechs Wochen wieder springen“ klingt eindeutig. Eine feste Zeitangabe sagt wenig darüber aus, welche Anforderungen bereits vorbereitet wurden.
Vor einer Rückkehr zu lauf-, sprung- oder richtungswechselintensiven Aktivitäten können unter anderem folgende Bereiche betrachtet werden:
- Kraft in relevanten Knie- und Hüftbewegungen
- Einbeinige Bewegungskontrolle
- Wiederholte Landungen
- Sprungvolumen
- Geschwindigkeit
- Belastung an aufeinanderfolgenden Tagen
- Sportartspezifische Technik
- Sicherheit und Vertrauen in die Bewegung
Auch Studienergebnisse zeigen, dass Veränderungen in Fragebogenwerten und eine Rückkehr zum gewünschten Sport nicht dasselbe darstellen. In der JUMPER-Studie kehrte nach 24 Wochen weniger als die Hälfte der Teilnehmenden zum gewünschten Sport zurück, obwohl sich der untersuchte klinische Gesamtscore in den Gruppen verändert hatte. Das unterstreicht, wie anspruchsvoll der Übergang zu vollständiger Sportbelastung sein kann (Breda, 2021).
Return to Sport sollte als eigener Trainingsabschnitt behandelt werden. Er beginnt nicht erst am Tag des ersten Wettkampfs.

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Dann ist folgende Ausbildung passend für dich:
Welche Aktivitäten können vorübergehend angepasst werden?
Nach fachlicher Einordnung können Belastungen nach ihrem mechanischen Anspruch sortiert werden.
Häufig gut steuerbare Belastungen
Abhängig von der individuellen Situation können dazu gehören:
- Kontrollierte Kraftübungen
- Übungen an Maschinen
- Beidbeinige Bewegungen
- Begrenzte Bewegungsumfänge
- Ausdauerformen mit niedrigerem Sprunganteil
- Training des Oberkörpers
- Angepasste Rumpf- und Hüftübungen
Höhere dynamische Anforderungen
Diese Aufgaben benötigen meist eine gesonderte Progression:
- Maximale Sprünge
- Schnelle wiederholte Landungen
- Tiefsprünge
- Harte Richtungswechsel
- Sprints
- Wettkampfähnliche Serien
- Intensive Einheiten an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen
Die Einordnung „leicht“ oder „schwer“ hängt nicht allein vom Namen der Übung ab. Ein kleiner Sprung kann bei sehr hoher Wiederholungszahl eine erhebliche Gesamtbelastung erzeugen.
Was sollte man nicht allein ausprobieren?
Nicht jede naheliegende Maßnahme unterstützt einen sinnvollen Belastungsaufbau. Die folgenden Vorgehensweisen können die Einordnung erschweren oder wichtige Zwischenschritte überspringen.
Der Ort einer Wahrnehmung reicht nicht aus, um eine Struktur sicher zuzuordnen. Eine fachliche Einordnung ist die Grundlage für jede weitere Planung (Rosen et al., 2022).
Neue Einlagen, anderes Schuhwerk, Trainingspause, Dehnprogramm und Krafttraining am selben Tag erzeugen keine klare Lernschleife.
Eine Pause reduziert zunächst die Belastung. Sie bereitet das Knie nicht ohne weiteres auf das frühere Sprung- oder Trainingsvolumen vor.
Strukturelle Bildbefunde und körperliche Funktion entwickeln sich nicht immer parallel. Trainingsentscheidungen sollten daher nicht allein von Ultraschall- oder MRT-Merkmalen abhängig gemacht werden (Rabello et al., 2020).
Belastungssteuerung umfasst mehr als einen einzelnen Wahrnehmungswert. Funktion, Kraft, Bewegungskontrolle, Alltagsfähigkeit und sportliche Kapazität liefern weitere Informationen (Vicenzino et al., 2020).
Ein vollständiges Mannschaftstraining lässt sich nicht fein genug dosieren, um jede einzelne Belastungsgröße nachvollziehbar zu steigern. Vorbereitende Zwischenstufen bleiben notwendig.
Video: Training bei Sehnenbeschwerden anschaulich erklärt
In unserem Video werden unterschiedliche Krafttrainingsformen bei Sehnenbeschwerden eingeordnet. Darüber hinaus zeigt es anhand der Patella- und Achillessehne, wie Belastung gesteigert und funktionelle Fußarbeit in das Training der unteren Extremität integriert werden kann.
Vom Trainingsplan zur professionellen Begleitung
Ein Wandsitz oder Split Squat ist schnell erklärt. Schwieriger ist die Entscheidung, wann diese Übung eingesetzt, wie sie dosiert und wodurch sie später ergänzt wird.
Trainer:innen benötigen dafür Kompetenzen in mehreren Bereichen:
- Belastungen erfassen
- Mechanische Anforderungen einordnen
- Übungen methodisch aufbauen
- Reaktionen dokumentieren
- Trainingswochen strukturieren
- Return-to-Activity-Kriterien entwickeln
- Fachliche Grenzen erkennen
- Mit Ärzt:innen und Therapeut:innen kommunizieren
Die Rückkehr zu Sprüngen, Landungen und sportartspezifischen Anforderungen braucht mehr als einen festen Wochenplan. Die Ausbildung zum Reha Coach unterstützt dich dabei, Übergänge kriterienorientiert und trainingsnah zu gestalten.
Fazit: Der nächste Schritt ist wichtiger als die perfekte Übung
Bei einem fachlich festgestellten Patellaspitzensyndrom reicht es nicht, einzelne Übungen aus einer Liste auszuwählen.
Zunächst muss sichtbar werden, welche Belastungen innerhalb einer Woche zusammenkommen. Danach können besonders anspruchsvolle Anteile verändert, Kraftreize aufgebaut und dynamische Anforderungen vorbereitet werden.
Ein nachvollziehbarer Prozess folgt nicht dem Muster „Pause, testen, wieder voll einsteigen“. Er arbeitet mit klaren Zwischenstufen:
- Ausgangslage erfassen
- Gesamtbelastung ordnen
- eine Variable verändern
- Reaktion dokumentieren
- Nächste Stufe vorbereiten
Die beste Trainingsentscheidung ist nicht immer die mutigste oder vorsichtigste. Es ist diejenige, die fachlich geklärt, kontrollierbar und im Verlauf überprüfbar ist.
Häufige Fragen: Was tun bei Patellaspitzensyndrom?
Das lässt sich nicht pauschal entscheiden. Nach fachlicher Einordnung können besonders anspruchsvolle Belastungen vorübergehend reduziert oder verändert werden. Eine vollständige Pause ist nicht unbedingt erforderlich. Entscheidend sind die medizinische beziehungsweise therapeutische Einschätzung und die individuelle Belastungsreaktion.
Kniebeugen können nach fachlicher Freigabe Teil eines gesundheitsorientierten Belastungsaufbaus sein. Gewicht, Tiefe, Tempo, Satzzahl und Trainingshäufigkeit verändern ihren Anspruch erheblich. Eine pauschale Freigabe für jede Variante ist nicht möglich.
Sprünge stellen hohe und schnelle Anforderungen an den Kniestreckapparat. Ob sie zunächst reduziert, verändert oder pausiert werden, hängt von Ausgangslage und Trainingsphase ab. Für die Rückkehr zu einer Sprungsportart müssen sie später methodisch vorbereitet werden.
Es gibt keinen verlässlichen allgemeingültigen Zeitraum. Die Dauer wird unter anderem von Ausgangsniveau, Belastungshistorie, Sportart, Trainingskonstanz und individueller Reaktion beeinflusst. Wochenzahlen allein sind kein ausreichendes Progressionskriterium.
Eine medizinische Diagnose wird nicht allein über einen MRT- oder Ultraschallbefund gestellt. Bildgebung kann die fachliche Untersuchung ergänzen. Struktur, Funktion und individuelle Wahrnehmung können sich unterschiedlich entwickeln (Rabello et al., 2020).
Sinnvoll ist zunächst eine Übersicht aller kniedominanten Belastungen. Häufig sind schnelle Sprünge, Landungen, Richtungswechsel oder große Belastungsspitzen besonders anspruchsvoll. Welche Variable zuerst verändert wird, muss individuell entschieden werden.
Hinweise können eine stabile Bewegungsausführung, eine planmäßig bewältigte Last, eine mit bisherigen Einheiten vergleichbare Reaktion und ausreichende Sicherheit bei der Aufgabe sein. Der nächste Schritt sollte zudem zum persönlichen Aktivitätsziel passen.
Trainer:innen stellen keine Diagnosen und führen keine Heilbehandlung durch. Nach medizinischer oder therapeutischer Einordnung können entsprechend qualifizierte Fachkräfte innerhalb ihres beruflichen Rahmens gesundheitsorientiertes Training, Belastungsdokumentation und einen abgestimmten Trainingsaufbau begleiten.
Rechtlicher Hinweis
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