Wenn alles gegen Dich zu laufen scheint, erinnere Dich daran, dass das Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm. Henry Ford


Die 7 Resilienzfaktoren nach Reivich & Shatté (2007)

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L Lösungsorientiert

O Optimismus

O Opferrolle verlassen

V Verantwortung übernehmen

A Akzeptanz

N Netzwerkorientierung

Z Zukunftsplanung

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Was ist Resilienz?

Manche Menschen lassen sich durch Misserfolge, Krisen, Druck, Stress und Ärger leichter aus der Bahn werfen als andere. Es gibt Menschen, die weniger empfindlich auf die Wechselwirkungen des Lebens reagieren und im Allgemeinen widerstandsfähiger wirken. Wenn Menschen in belastenden Situationen psychisch stabil bleiben, nennen Psychologen diese Fähigkeit "Resilienz".

Resiliente Menschen sind beruflich erfolgreicher, emotional stabiler sowie körperlich und psychisch gesünder. Bei Veränderungen passen sie sich besser an und leiden seltener an psychischen Störungen, wie z.B. Depressionen oder Burnout.

Als Konzept zur Stärkung der seelischen Widerstandfähigkeit hat sich die Resilienzförderung als etabliertes Gesundheitsförderprogramm hervorgetan.


Aktuelle Resilienzforschung

Die Resilienz- und Schutzfaktorenforschung beschäftigt sich mit der Frage „Was erhält Menschen, trotz Krisen (z.B. hohe Stressbelastung) psychisch gesund?“. Mit dieser sehr allgemeinen Fragestellung beschäftigen sich naturgemäß eine Vielzahl an wissenschaftlichen Richtungen (Psychologie, Pädagogik, Sozialwissenschaften…)

Ein kurzer Abriss der Resilienzforschung soll darstellen, welche Meilensteine u.a. zur allgemeinen (auch angrenzenden) Resilienzforschung zählen:

  • Jacob (Jack) Block (1950), Einführung des Begriffes Resilienz
  • Emmy Werner (1971), The Children of Kauai. (Längsschnittstudie zur Entwicklung von Menschen mit unterschiedlichen biologischen und psychosozialen Risikofaktoren – über einen Zeitraum von 40 Jahren)
  • Glen Elder (1974), Children of the Great Depression. (Untersuchungen zu Unterschieden in der Entwicklung von Kindern aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen in der Wirtschaftskrise der 70er Jahre)
  • Aaron Antonovsky (1979), Salutogenese (Bedeutung des Kohärenzsinns für die Gesundheit)
  • Matthias Burisch (1989),. Das Burnout-Syndrom (Erörterung der Einfluss- und Schutzfaktoren)
  • Friedrich Lösel, Doris Bender (2003) Bielefelder Invulnerabilitätsstudie (Untersuchung von Eigenschaften bei Jugendlichen aus Institutionen der Heimbetreuung die sich günstig/ungünstig auf die persönl. Entwicklung auswirken)
  • Reivich und Shatté (2003), The Resilience Factor: 7 Keys to Finding Your Inner Strength and Overcoming Life's Hurdles (Identifikation von Resilienzfaktoren)
  • George Vaillant (2010), The STUDY OF ADULT DEVELOPMENT. Grant-Study (Begleitung von 268 Havard Absolventen)
  • Bengel, J., Lyssenko, L. (2012). Resilienz und psychologische Schutzfaktoren. (Metaanalyse zu gesundheitlichen Schutzfaktoren) Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  • Mainzer Resilienz-Projekt (MARP) (2014). Begleitung der Entwicklung der psychischen Gesundheit von Studienteilnehmer über Zeitraum (7,5 Jahre)

Resilienz trainieren

RESILIENZ ist trainierbar – doch nicht jedes Programm trainiert die eigene Resilienz!

Worauf haben Sie zu achten?

Klassische Seminarformate wirken meist nur kurzfristig inspirierend, aber wir verändern danach nicht unsere Denk- und Handlungsweisen!

Um individuelle Gewohnheiten und Stressmuster nachhaltig zu verändern, ist ein persönlicher Entwicklungsprozess erforderlich, der sich bei einem nachhaltigen Resilienztraining an durchgehenden Prinzipien orientiert:

Praxisnah: Praktische Übungen, die im Resilienztraining vermittelt werden, führen auf einfachem Wege dazu die eigene Arbeits- und Lebenswelt positiver zu gestalten.

Spaß- und freudbetont: Jede einzelne Trainingseinheit soll den TeilnehmerInnen Freude bringen. Es geht nicht darum auf den eigenen Schwächen "herum zu kauen“ sondern sich neuen Potentialen und Stärken zu widmen.

Gesundheitsförderlich: Gesund erhält nicht ein Arzt oder ein therapeutisches Mittel sondern am Ende des Tages jede/r sich selbst. Sie werden in den Trainingssitzungen animiert wieder mehr Verantwortung für Ihr eigenes physisches und psychisches Wohlempfinden zu übernehmen.

Persönlichkeitsentwicklung: Wer kann schon von sich behaupten, dass man alles perfekt macht? Jeder hat Ecken und Kanten, einige Kanten möchte jeder gerne ein bisschen abschleifen. Entwicklung braucht Zeit: Ein nachhaltiges Resilienztraining ermöglicht einen persönlichen Prozess – „Resilienz to-go“ gibt es nicht.

Nachhaltigkeit entsteht durch eine hohe Transferquote bei Wesentlichem. Schrittweises Lernen in umsetzbaren Portionen ermöglicht neue Muster zu etablieren.

Menschlichkeit: Gesunde Verbindungen zwischen Menschen bestärken Vertrauen, Verantwortung, Empathie und Kommunikation – schon im Programm ist das Praxis: immer auf Augenhöhe.


Resilienzübungen

Die Übungen sind eine Auswahl aus dem LOOVANZ-Resilienztraining der AHAB-Akademie.

Übung zur Stärkung des Resilienzfaktors AKZEPTANZ: „Akzeptieren heisst nicht resignieren!“

Identifikation von Ärgernissen

Was ärgert mich?

(Beschreiben Sie die Situation / das "Ärgernis" so genau wie möglich)

Wie viel Energie kostet es mich (tgl. in %)?

Ihnen stehen insgesamt 100 % Energie zur Verfügung, um zu funktionieren. Wie viel Energie raubt Ihnen das Ärgernis davon (täglich)?

Wie viel besser würde ich mich fühlen, wenn das "Ärgernis" nicht existieren würde?

Skala 1-10 (1 = ein ganz klein wenig, 10 = unbeschreiblich besser)

Schritt 2

Wähle Sie eine der identifizierten emotionalen Situation aus, wo Ihnen das Akzeptieren nicht so leicht fällt (aber keine von den Situationen, die Ihnen sehr schwer fallen!). z.B. Ihr Nachbar grüsst Sie nicht zurück, obwohl Sie es jeden Tag erneut versuchen. Das ärgert Sie, jeden Tag. Nun machen Sie es sich zur Aufgabe, dieses Phänomen zu akzeptieren, ohne sich darüber zu ärgern. In Ihrem Kopf soll die Situation aus der Beobachtungsperspektive betrachtet werden, keine wertende Haltung (Er mag mich nicht!) sollte dafür aufgebracht werden. Sie nehmen es wahr, es stört Sie aber nicht. Suchen Sie nach einem geistigen Rahmen, in dem Sie Ihre Beobachtung einbauen können, z.B.: „Mein Nachbar ist eben ein unfreundlicher Mensch, davon gibt es einige auf der Welt, einer davon wohnt neben mir.“


Ende der ersten Übung

Übung zur Stärkung des Resilienzfaktors Verantwortungsübernahme

Schritt 1

Schreiben Sie eine Reihe von Sätzen auf, die mit „Ich muss“ beginnen. Sprechen Sie die Sätze langsam und bewusst und achten Sie auf Ihre Empfindungen dabei.

Beispiel: „Ich muss jeden Tag früh aufstehen.“

Schritt 2

Nehmen Sie nun Ihre Sätze und wiederholen Sie diese laut, jedoch beginnend mit „Ich entscheide mich zu /für…“

Beispiel: „Ich entscheide mich dazu, jeden Tag früh aufzustehen.“

Schritt 3

Ergänzen Sie nun noch die in Schritt 2 formulieren Sätze mit „…weil ich… (i.S.v. denn ich möchte…)“

Beispiel: „Ich entscheide mich dazu, jeden Tag früh aufzustehen, weil ich gerne entspannt mit der Arbeit starten möchte.“


Ende der zweiten Übung

Übung: zur Stärkung des Resilienzfaktors Lösungsorientierung: Lieben Sie Ihre Probleme!

Jedes Problem verursacht zunächst einmal einen inneren Widerstand. Sie wollen das Problem nicht haben! Genau das verschärft aber das Problem. Probleme, die als unangenehm eingestuft werden, werden häufig verdrängt oder aber so groß gemacht, dass sie nicht angegangen (sprich gelöst) werden. Sofern man aber die Probleme als Aufgabe oder als „Lösung im Arbeitsmantel“ betrachtet, verlieren sie ihre Größe und sie gewinnen an Zuversicht und Stärke dazu.

Verstehen und schätzen Sie jedes Problem im Leben als Herausforderung und als eine Lernaufgabe. Trainieren Sie sich dabei auch den Lösungsweg selbst zu lieben.

Nutzen Sie für ein vorhandenes, noch nicht gelöstes Problem, folgende Fragen für Ihr zielgerichtetes Lösungsdenken:

  1. 1. Was könnte für mich oder für andere Gutes oder Sinnhaftes an diesem Problem sein?
  2. 2. Was fordert dieses Problem aus mir heraus?
  3. 3. Wie kann das Lösen dieses Problems meine Sicht und meine Fähigkeiten erweitern?
  4. 4. Was kann ich durch dieses Problem erleben und erfahren, was ich ohne es nicht könnte?

Nachdem Sie diese Fragen beatwortet haben, sehen sie den Vorteil, das Problem anzugehen viel deutlicher und sie kommen viel schneller ins TUN!


Ende der letzten Übung


Aus- und Fortbildungen

Ausbildung zum Resilienz-Trainer

Wissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe, dass die Ausprägung psychologischer und psychosozialer Schutzfaktoren für die erfolgreiche Umsetzung und Beibehaltung von Einstellungs- und Verhaltensänderungen eine wichtige Funktion haben. Die Aktivierung von Resilienzfaktoren kann dementsprechend die Wirkung von gesundheitsfördernden und präventiven Maßnahmen und auch die Fähigkeit von Menschen, sich für ein gesundheitsförderliches Lebensumfeld einzusetzen, verbessern. Genau darum geht es beim Resilienztraining. Die AHAB-Akademie hat ein eigenes Resilienztrainingsprogramm (LOOVANZ) entwickelt und evaluiert. Mit dem Präventionskurs „LOOVANZ. Das Resilienz-Trainingsprogramm für Erwachsene.“ wird zur Stärkung der psychischen Gesundheit beigetragen. Erwachsene stärken in dem Kurs, sensibel und zielgerichtet, ihre Ressourcen für eine gesunde psychische Lebensführung. Zentrales Anliegen ist es, gesundheitliche Risiken und Belastungen so weit wie möglich zu vermindern. Im Rahmen der Ausbildung zum Resilienz-Trainer wird Ihnen nicht nur das notwendige Hintergrundwissen zum Resilienz-Konzept vermittelt sondern Sie werden auch in die Anleitung des LOOVANZ-Trainingskonzeptes eingewiesen.

alle Infos

weitere Angebote unter www.ahab-akademie.de